Auf den Schienen des Doppeladlers | DVD

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Mehr als 170 Jahre nach der Eröffnung des ersten Streckenabschnittes auf österreichischem Boden hat die Eisenbahn nichts von ihrer Faszination verloren. Faszinierend ist vor allem aber auch, mit welchem Weitblick das gigantische Eisenbahnnetz im Kaisertum Österreich und in der späteren Doppelmonarchie geplant und angelegt wurde. Die zweiteilige Dokumentation „Auf den Schienen des Doppeladlers“ zeigt auf, wie Privatinitiativen und staatliche Anstrengungen einander über Jahrzehnte abwechselten und ein Streckennetz an Haupt- und Nebenbahnen entstehen ließen, das die Hauptstadt Wien mit den vielen Kronländern des Reiches, die Steppen Galiziens mit den Küsten der Adria, verband. Riesige Viadukte am Semmering, in den Karpaten, in den Hohen Tauern oder im heutigen Slowenien gelten heute noch als unübertroffene bautechnische Meisterleistungen.

Die zweiteilige Dokumentation von Björn Kölz und Gernot Stadler beleuchtet auch die vielfältigen Folgen des Bahnbaues, sei es die Entstehung der Sommerfrische in den verschiedenen Regionen, die Vereinheitlichung der Zeit oder die enorme Bedeutung der Eisenbahn für das Militär und die Kriegsführung. So gilt der Erste Weltkrieg auch als der große Eisenbahnkrieg. „Auf den Schienen des Doppeladlers“ ist eine Reise entlang der alten Bahnlinien in die Länder der ehemaligen Habsburgermonarchie und entführt den Zuseher in zahlreiche Regionen und Orte, die eng mit der Geschichte des einstigen Vielvölkerreiches im Herzen Europas zusammenhängen. Zu Wort kommen Eisenbahnspezialisten, Schriftsteller und Historiker wie zum Beispiel Manfried Rauchensteiner (A), Martin Pollack (A), Jurko Prochasko (UA), Lezek Mazan (PL), Roberto Todero (IT) oder Mladen Bogič (Slo).
Von Wien aus geht die Reise einmal nach Norden, nach Krakau und Wieliczka, weiter nach Osten über Przemysl nach Lemberg und Brody, die Geburtsstadt des deutsch-jüdischen Schriftstellers Joseph Roth an der einstigen Grenze Österreichs zu Russland. Oder nach Süden über den Semmering nach Graz, die Untersteiermark und über Marburg und Laibach nach Triest, die frühere österreichsiche Hafenstadt. Die Wocheinerbahn im heutigen Slowenien schlängelt sich entlang des Isonzo durch eine wikdromantische Berglandschaft, die im Ersten Weltkrieg Schauplatz blutiger Schlachten wurde. Budapest, die Karpaten, das Salzkammergut, der Wörthersee, das Schilcherland oder die Küsten Istriens sind weitere Stationen auf der Reise durch das alte Österreich. Den beiden Regisseuren Kölz und Stadler ging es auch darum, für den Zuseher nachvollziehbar zu machen, welch fundamentales Erlebnis der Bau der Eisenbahn und damit der Anschluß der Menschen in der Donaumonarchie an die neue Zeit gewesen sein muss. Immerhin verglichen Chronisten aus dieser Zeit das Aufkommen der Eisenbahn mit der Entdeckung Amerikas oder dem Buchdruck.
Die zweiteilige Dokumentation macht in eindrucksvollen Bildern deutlich: es waren die Eisenbahnen, die das weite Reich mit Leben erfüllten, die Menschen und Waren zirkulieren ließen und die Eroberung von Landschaften im touristischen Sinne ermöglichten. In einem Großraum, der heute von mehr als einem Dutzend souveräner Staaten belegt wird, konnte sich der Reisende vor hundert Jahren ohne jegliche Einschränkung frei bewegen. Durch ihre grenzüberschreitende und völkerverbindende Funktion wurde die Eisenbahn auch zu einem Symbol für Freiheit und Einheit innerhalb der Österreichisch-Ungarischen Monarchie. Mit der Katastrophe des Ersten Weltkrieges versank dieser einzigartige Staat, der „in so vielem ohne Anerkennung vorbildlich gewesen ist“ (Robert Musil) für immer – Namen änderten sich und Grenzen wurden gezogen, die Nachbarn und Mitbürger von gestern wurden zu Fremden, zu Feinden und „Ausländern“.

Und doch haben alle diese Länder eines gemeinsam: wer in der alten Welt der Donaumonarchie das Unbekannte sucht, wird unweigerlich den Geistern des untergegangenen Vielvölkerstaates begegnen. Manchmal sind es nur noch verblasste Erinnerungen an dieses ehemalige Riesenreich. Und ein Streckennetz aus den Zeiten der Monarchie, das bis heute bedient wird.

Für den Film waren zahlreiche Kamerateams monatelang unterwegs, gedreht wurde von April bis November 2013, sowie im März und April 2014. Spektakuläre Aufnahmen bedeutender Dampflokomotiven aus österreichischer Fabrikation zählen zu den Höhepunkten dieser aufwendigen Produktion. Unterstützt wurde die Koproduktion von 3sat und Gernot Stadler Filmproduktion vom österr. Film- und Fernsehfonds, sowie von den Bundesländern Niederösterreich, Oberösterreich, Steiermark (Cine Styria), Salzburg und Kärnten.

 

24,90 

Nicht vorrätig

Zusätzliche Information

Medium

DVD

Dauer

104

Sprache

DE, EN

Erscheinungsjahr

2014

Produktionstyp

Fremdprodukt

Anzahl der Medien

1

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