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1.190 Höhenmeter in 35 Minuten

Mit der Zahnradbahn auf den Schafberg

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ließen sich die höchste Herrschaften aus Wien sowie noble Bürger von St. Wolfgang auf den Schafberg tragen. Aus Aufzeichnungen weiß man, dass sich in St. Wolfgang schon früh der Beruf des „Sesselträgers“ entwickelte. Daneben gab es schon lange Pläne für den Bau einer Zahnradbahn.

Im Jahre 1872 plante Berthold Currant eine Bahn von Winkl bei St. Gilgen auf den Schafberg. Er benötigte diese Bahn dringend, um die Frequenz seiner Dampfschiffe am Wolfgangsee zu steigern. Aber erst im Jahre 1890 wurde im Reichsgesetzblatt die Konzession einer schmalspurigen Lokalbahn Ischl-Salzburg, Mondsee-Steindorf und einer Zahnradbahn auf den Schafberg mit Ausgang St. Wolfgang erteilt. Die Folge war die Gründung der Salzkammergut Lokalbahn Gesellschaft (SKGLB).

Die Bauausführung begann im April 1892 unter Ing. Eugen Sooß. Die Bauarbeiten übernahm die Firma Stern & Hafferl. 350 zumeist italienische Arbeiter vollbrachten das schwierige Werk. Material und Verpflegung mussten mit rund 6.000 Maultierlasten auf den Berg geschafft werden. Der Bau musste nur kurz in der strengen Frostperiode des Winters 1892/93 unterbrochen werden

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Anfang des Jahres 1893 kam die erste Lokomotive für die Schafbergbahn, die Z1, in zerlegtem Zustand in Ischl an und wurde mit Schlitten nach St. Wolfgang gebracht, wo sie von der Firma Krauss zusammengebaut wurde. Am 28. März war die erste Probefahrt bis zum Aschingergut. Am 31. Juli 1893 erreichte schließlich der erste Zug die Schafbergspitze und bereits am nächsten Tag, am 1. August, wurde die Schafbergbahn feierlich eröffnet.
1932 wurde die Bahn an das Österreichische Verkehrsbüro verkauft. Im Jahr 1938 ging sie an die Deutsche Reichsbahn und nach dem Zweiten Weltkrieg an die ÖBB (Österreichische Bundesbahnen).

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Die Fahrt mit der Schafbergbahn

Ausgangspunkt der Strecke ist der Schafbergbahnhof in St. Wolfgang an der Uferstraße, direkt am Wolfgangsee gelegen. Nach Verlassen des Bahnhofs verläuft die Strecke zunächst mit 60 bzw. 44 Promille Steigung noch recht flach durch das bebaute Ortsgebiet von St. Wolfgang. Kurz hinter der Brücke über den Dietlbachgraben (Grenze Oberösterreich-Salzburg) wird der Siedlungsbereich verlassen, und die Steilstrecke mit relativ konstanten 250 Promille Steigung beginnt. Die Bahnstrecke verläuft zunächst in nordwestlicher Richtung, um dann hinter der Ausweiche Schafbergalpe scharf nach Osten abzubiegen und entlang der Flanke des Schafbergs schließlich die Endstation zu erreichen. Dieser letzte Abschnitt verläuft bereits oberhalb der Baumgrenze auf felsigem, teils mit Latschen bewachsenem Terrain.
Der Betrieb erfolgt von Anfang Mai bis Ende September. Die Fahrt dauert ca. 35 Minuten. Mit den ursprünglichen Dampfloks dauert die Fahrt rund eine Stunde. Für eine Berg- und Talfahrt damit werden 500 Kilogramm Steinkohle und 3000 Liter Wasser gebraucht.

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